Theatergemeinde
München

Thea fragt

Würde in der Kultur

Gegenseitige Wertschätzung und Respekt sind eng mit Würde verbunden. In der Kunst und Kultur mit ihrer Visions- und Gestaltungsfreiheit sind diese Werte ein besonders hohes Gut.


Dr. Helena Pereña

Die Ausstellungsleiterin und Kuratorin der Villa Stuck betreut das Programm im Interimsquartier VS in der Goethestraße 54. Die Wiedereröffnung der Villa Stuck nach Sanierung und Verbesserung der Barrierefreiheit ist im Sommer 2025 geplant.

Foto:Barbara Donaubauer

Was oder wen achten Sie auf besondere Weise?
Ich achte auf einen würdigenden, diskriminierungsfreien Umgang. Privat und beruflich. Würde entsteht auf einer zwischenmenschlichen Ebene, die sich jeden Tag neu herstellen und bewahren muss. Wenn der Fokus zu sehr auf einen selbst gerichtet ist, entsteht eine Schieflage. Wertschätzung gibt man, indem man uneigennützig Aufmerksamkeit – Zeit – schenkt.

Darf Kunst entwürdigend sein?
Kunst ist eine besondere Form, Würde zu verleihen. Kunst ist in der Lage, die Zeit auszudehnen, die Aufmerksamkeit auf vermeintlich Unwichtiges zu lenken, die Ökonomie des Neoliberalismus auszuhebeln, einen Nutzen nutzlos erscheinen zu lassen. Eine entwürdigende Kunst hat meiner Meinung nach eine innere Grenze verletzt und hebt sich selbst auf.

Mehr Info zum Programm im Interimsquartier VS: www.villastuck.de


Elena Janker

Bereits 2004 gründete sie den gemeinnützigen Verein little ART e.V. und bezog 2011 mit ihrer Kreativwerkstatt den Utopia Space im Münchner Künstlerhaus. Hier treffen sich Kinder und junge Erwachsene mit und ohne Behinderung zur freien kreativen Entfaltung

Foto: Little Art e.V.

Was oder wen achten Sie auf besondere Weise?
Hohe Achtung habe ich vor den unbewussten visionären Gestaltungskräften der Kinder, die diese Welt verwandeln können. Ihr kreatives Miteinander weckt das Vertrauen in die eigene Schaffenskraft, ignoriert Sprachbarrieren, weitet den Blick und öffnet die  Herzen. Grenzen zwischen Menschen, Generationen und Kulturen  lassen sich so mühelos überwinden.

Welche Auszeichnung würden Sie gerne vergeben und warum?
Ich würde jenen Menschen einen Preis verleihen, die Kinder in ihrer freien Kreativität unterstützen. Genau solche Menschen braucht die Welt.

Mehr zu Workshops und Ausstellungen unter www.little-art.org


Simone Schulte-Aladağ

Sie ist Gründerin und künstlerische Leiterin des internationalen THINK BIG! Festival für zeitgenössischen Tanz, Performance und Musiktheater für junges Publikum, das seit 2011 in München stattfindet. 

Foto: Jean-Marc Turmes

Was oder wen achten Sie auf besondere Weise? 
Ich achte jeden und jede, mit der/dem ich zu tun habe. Beruflich vor allem jene, die sich für das Recht auf kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen einsetzen.

Welcher Verhaltenskodex leitet Sie in der Arbeit?
Ich versuche die Menschen in meinem Umfeld so zu behandeln, wie ich es mir für mich selbst auch wünsche: Freundlich. Auf Augenhöhe. Ernsthaft. Humorvoll. Großzügig.

Welche Auszeichnung würden Sie gerne vergeben und warum?
Ich würde gern die bayerische Bildungsministerin dafür auszeichnen, dass sie die musischen Fächer massiv ausbaut, sie zu Hauptfächern erklärt und sich dann freut, dass nicht nur die Leistungskurven in Rechnen-Schreiben-Lesen hochgehen, sondern sich auch die soziale Kompetenz schnell und sichtbar verbessert. 

Thea hat Tickets für das THINK BIG! Festival: Mirkids, Muffathalle, Mo 8. Juli 19 Uhr

Gesamtes Programm unter www.thinkbigfestival.de