Der promovierte Kunsthistoriker und Kulturmanager ist nach Tätigkeiten in Mailand und London seit 2020 künstlerischer Geschäftsführer des Haus der Kunst München.
Andrea Lissoni positioniert das Haus der Kunst international und am Puls der Zeit. Aktuell präsentiert der Künstler Tomás Saraceno dort seine Zukunftsvisionen zur Energiewende.
Was zeichnet gute Kulturpolitik aus?
Gute Kulturpolitik schafft Freiheit. Sie versteht Kunst auch als Forschung, ist oft radikal, visionär und ihrer Zeit voraus – sie gibt dafür Vertrauen, Zeit und Raum und denkt zudem an die nächsten Generationen. Gute Kulturpolitik sorgt dafür, dass möglichst viele Menschen Zugang zu Kultur haben. Kulturpolitik sollte es der Kunst ermöglichen, sich nicht festzulegen, was sie zu sein hat.
Wie politisch ist Ihre eigene Arbeit?
Meine Arbeit war immer politisch, aber nicht parteipolitisch. Ich würde sagen, drei Prinzipien begleiten mich seit ich ein junger Erwachsener war: Raum für nicht dominante und oft diskriminierte Positionen. Aufmerksamkeit für die kritischen, künstlerischen Formen und Sprachen, sowie die Demokratisierung der Künste. Mich interessiert auch, Alternativen sichtbar zu machen und Gegengeschichten der Kunst zu entwerfen. Die Frage, wer sichtbar wird und wer Zugang hat, ist eigentlich immer eine politische Frage.
Sind Sie diplomatisch?
Ja, wahrscheinlich sehr. Zuhören, vermitteln, unterschiedliche Positionen zusammenzubringen gehört zu meiner Arbeit. Diplomatisch zu sein heißt für mich aber nicht, meine eigene Vision aufzugeben.
Thea hat Tickets für die Ausstellung von Tomás Saraceno:
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