Der Titel ist genauso polarisierend wie das Stück selbst. Alljährlich kommt eine Familie portugiesischer Antifaschist*innen zusammen – um tatsächlich einen Faschisten zu töten. Aber das letzte Wort im Stück hat: ein Faschist! Bei der deutschen Erstaufführung im Bochum stürmte am Ende das Publikum die Bühne.
Der portugiesische Autor Tiago Rodrigues hat aus einem historischen Ereignis ein fiktives Stück entwickelt: Zur Zeit der portugiesischen Diktatur erschoss 1954 ein Kommandant der Sicherheitspolizei die Landarbeiterin Catarina Eufémia, die mit ihrem Baby auf dem Arm mehr Lohn forderte.
Am Gedenktag dieses Mordes am 19. Mai trifft sich nun alljährlich eine sechsköpfige Familie in ländlicher Idylle, um zu kochen, Wein zu trinken, einen Baum zu pflanzen – und einen Faschisten zu töten.
Nach 70 Jahren stellt nun zum ersten Mal eine junge Frau diese Familientradition in Frage. Es folgen hitzige Diskussionen, denen der bereits geknebelte Faschist aufmerksam lauscht.
Es geht um gerechtfertigten Zorn, wehrhafte Demokratie und die Romantisierung von Gewalt. Das polarisierende Ende ist eine fünfseitige, haarsträubende populistische Rede des dann befreiten Faschisten. Am Münchner Volkstheater inszeniert Intendant Christian Stückl, der immer wieder ein Faible für historisch-politische Themen mit Gegenwartsrelevanz an den Tag legt. -kk-
Inszenierung
Christian Stückl
Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29
80337 München
Di, 08. Dez 2026, 19.30 Uhr
Thea-Preis: 30,00-34,50 €
Du sparst bis zu 19%*
Karten erhältlich bis 02.12.2026
oder solange der Vorrat reicht.
* Thea-Tickets gegenüber Normalpreis
Ticket inkl. MVV-Nutzung
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