Auf Satire folgt hier manipulative Zauberei: In seinen Versionen der beiden Ballets-Russes-Klassiker nach Musik von Strawinsky kennt der choreografische Einfallsreichtum von Richard Siegal keine Grenzen. Das hat zeitlose Aussagekraft. Und als Petruschka-Interpretin brilliert Margarida Neto.
Im Geist der Vergangenheit, aber mit Blick auf die Gegenwart neu zu denken, hat im Hinblick auf die Geschichte des Tanzrepertoires seine Berechtigung. Das Tolle bei Richard Siegal ist: Der smarte Amerikaner ist kein Choreograf der Düsternis. Kostümfarben und fahrbare Wände in seiner neuen Version von Pulcinella – dem Auftaktwerk von New Ballets Russes – erstrahlen geradezu im Licht. Texteinblendungen aufs Dekor dienen dem Tanz als zusätzlicher, inhaltlich flankierender Kommentar. Heuchelei und ein Täuschungsmanöver gehen nach hinten los. Ähnlichkeiten mit lebenden Politikern? Sicherlich nicht rein zufällig! Nach der Pause begeben sich die Nürnberger Tänzer in Siegals Petruschka von 2022 auf eine Suche nach Seele und Menschlichkeit – mit lebhafter Erzählfreude und darstellerischer Verve. -vm/sl-
Staatstheater Nürnberg
Richard-Wagner-Platz 2-10
90443 Nürnberg
Sa, 27. Mär 2027, 19.30 Uhr
Thea-Preis: 63,90-91,30 €
Karten erhältlich bis 29.01.2027
oder solange der Vorrat reicht.
* Thea-Tickets gegenüber Normalpreis
Originaltickets werden per Post zugesendet
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