Jugend ohne Gott an den Münchner Kammerspielen, Elias Krischke, Maren Sotly, Jelena Kuljić, Martin Weigel Foto von Julian Baumann

TheaterTiefgang

Jugend ohne Gott

Horváths Klassiker über Macht & Manipulation – neu inszeniert von Felicitas Brucker

Ein Lehrer zwischen Anpassung und Gewissen: Nach dem Mord an einem Schüler entscheidet er sich im Gerichtsprozess für die Wahrheit – und verliert alles. Horváths Roman über Macht, Gehorsam und Empathie trifft den Nerv einer digital geprägten Gegenwart.

Premierenkritik: Jugend ohne Gott

Thea Mitarbeiterin Dr. Ursula Wiest hat die Premiere besucht:

Die verlorenen Kids von heute klauen im Drogeriemarkt und dealen mit Ritalin, um im Asphaltdschungel elektronisch überwachter Großstädte zu überleben. Sie tragen hellgraue Hoodies statt Schuluniform und sie werden zu kaltblütigen Cybermobber*innen, wenn es darum geht, sich gegen einen verunsicherten Gymnasiallehrer aufzulehnen. Aber: Sie sind nicht weniger verletzlich und verspielt als ihre nationalsozialistisch verblendeten Altersgenoss*innen aus Ödön von Horvaths Generationen-Klassiker Jugend ohne Gott von 1938 – das machen Elias Krischke, Martin Weigel, Jelena Kuljic und Maren Solty in Felicitas Bruckners intensiver Romanadaption deutlich.

Als eingeschworenes Teenager-Team auf weißen Podeststufen performen sie die Nöte eines Erwachsenwerdens zwischen Schulheften und paramilitärischem Drill. Während Kammerspiel-Legende Thomas Schmauser als seelisch zerrissener Lehrer Horvaths Text im überbordenden Licht einer dreigeteilten Videoästhetik und mit dem Techno-Score des Soundkünstlers Martin Steinkellner darbietet. Teils entfesselt. Teils verlöschend. Barfüßig. Vollbärtig. Leidensbereit. Stets auf der Höhe seines filigranen Könnens. Langer Applaus für einen Theaterabend der Horvaths Klassiker mit heutiger Härte auflädt und lange nachschwingt.                                                 

Regie 
Felicitas Brucker

Schauspieler*innen
Elias Krischke, Jelena Kuljić, Thomas Schmauser, Maren Solty, Martin Weigel

Zur Stückbeschreibung der Kammerspiele

Zur Nachtkritik

Zum Beitrag von Deutschlandfunk Kultur

Münchner Kammerspiele Schauspielhaus
Maximilianstraße 26-28
80539 München

Mo, 23. Nov 2026, 20.00 Uhr
Thea-Preis: 25,50-45,90 €
Junges Publikum: 12,00 €
Du sparst bis zu 15%*

Tickets11

Karten erhältlich bis 11.11.2026
oder solange der Vorrat reicht.

So, 29. Nov 2026, 16.00 Uhr
Thea-Preis: 25,50-45,90 €
Junges Publikum: 12,00 €
Du sparst bis zu 15%*

Tickets3

Karten erhältlich bis 17.11.2026
oder solange der Vorrat reicht.

* Thea-Tickets gegenüber Normalpreis

Inkl. MVV-Ticket

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