Glitsch von Doris Uhlich, Münchner Kammerspiele

TanzNeuland

Glitsch

Neues Tanztheaterstück von Doris Uhlich mit sechs Darsteller*innen, ab 16

Sie ist nicht mehr wegzudenken aus der Tanzwelt; die österreichische Choreografin Doris Uhlich. Im Zentrum ihrer Arbeit steht der – oft nackte Körper – und das in all seinen Ausformungen. Dünne, dicke, beeinträchtigte, alte, junge, versehrte Körper bevölkern ihre Arbeiten, die lustvolle Feiern des Unperfekten sind.

Glibberwelt! Vesna Mlakar war für Thea in der Premiere:

Hier lässt es die österreichische Choreografin Doris Uhlich so richtig flutschen. Das Hinterfragen normierter Körperbilder wird in „Glitsch“ – ihrem dritten Tanztheaterstück an den Münchner Kammerspielen – zur rasanten Rutschpartie im zuvor angerührten Glibber. Was zunächst einigermaßen befremdlich wirkt, entpuppt sich schließlich als kurzweilige Schleimparty von sechs Darstellerinnen und Darstellern im Adamskostüm mit ernstem Subtext.

Keine Angst vor Schleim!

„Glitsch“ ist eine Produktion, die sich jeglichem Schubladendenken entzieht. Simples Kategorisieren greift hier einfach nicht. Ein Hoch auf jede Norm, die keine mehr sein muss! „Glitsch“ konzentriert sich völlig auf die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten morphologisch unterschiedlicher Körper und Temperamente im ausgelassenen Zusammenspiel mit einer erklecklichen Menge zähflüssigen Materials. Große Batzen schnodderfarbigen Schleims sind der szenische Coup in Doris Uhlichs neuem Tanztheaterstück an den Münchner Kammerspielen, das zu Recht den Untertitel „Alles im Fluss“ hat. Die teigig-wabbelige Substanz wird geknetet und vermag sogar – von vielen Händen zur Pfütze am Boden ausgebreitet –, riesige Blasen zu bilden. Und wenn sich die nackten Protagonisten die gallertartige Masse über den Kopf kippen, hüllt sie der langsam an ihnen herunterfließende Schleim ein wie eine zweite durchscheinende Haut. Was für eine herrlich kindische Sauerei, die hier verknüpft wird mit der motorischen Suche nach dem Gefühl, neu geboren zu werden. 

Zur Beschreibung der Münchner Kammerspiele

Kritik von Vesna Mlakar zu Common Ground

Kritik von Vesna Mlakar zu Enrique Gasa Valga

Münchner Kammerspiele Giehse-Halle
Falckenbergstraße 1
80539 München

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