Eine Witwe, ihre Mutter, ihre fünf Töchter und fragwürdige Moralvorstellungen in der spanischen Provinz der 1930er Jahre: Regisseurin Rieke Süßkow dokumentiert mit beeindruckenden Bildern am Cuvillièstheater die zerstörerischen Strukturen in einem Frauenhaushalt.
Kulturjournalist Peter Eidenberger hat die Premiere besucht:
Freiheit sieht anders aus. In schrägen Haltungen auf weiße Podeste drapiert, die Fächer klappen in strengem Takt, alle gleich gekleidet, schwarz-weiß, eine andalusische Trauerhaube, die Oberarme von einem Lederriemen an den Körper gepresst. So fahren die Töchter auf einem unsichtbaren Laufband durch die Guckkasten-Szene, statisch, uniform, mit kleinen Resten von Individualität. Die Mutter (Katja Jung) regiert mit ihrem Gehstock, streng, fast zynisch, wenn sie aasig lächelt. Der Text massivst reduziert, ein Chor begleitet, mit gregorianischem Gesang und bitterem Witz, ansonsten sprechen Rieke Süßkows stilisierte Bilder für sich: die Engelsflügel, wenn eine Tochter sich lösen will; ein Fenster weit oben, durch das fernes Leben hereinklingt in diese klinische Enklave. Die Großmutter in ihrem Hippie-Wahnsinn (Barbara Melzl) ist die einzige freie Frau. -pe/vs-
Cuvilliéstheater
Residenzstraße 1
80333 München
1 Stunde 20 Minuten
Ohne Pause
Fr, 24. Apr 2026, 20.00 Uhr
Thea-Tickets ausverkauft
Sa, 20. Jun 2026, 20.00 Uhr
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Sa, 27. Jun 2026, 20.00 Uhr
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