Selbstbewusst, kess und melancholisch zugleich bewegt sich die von Sophie Rennert phantastisch gesungene Carmen durch die Machowelt ihrem Tod entgegen. Die Neuinszenierung von Biszets Ohrwurmoper setzt ganz auf Plot und Charaktere, ist dabei musikalisch fein austariert, mit herausragenden Sänger*innen und einem starken Chor.
Thea-Kritikerin Simone Lutz hat die umjubelte Premiere gesehen:
Regisseur Herbert Föttinger versetzt in seiner Inszenierung die Handlung von Bizets Carmen (1874) in die 1940er-Jahre der Franco-Ära. Ein gelungener Kunstgriff, der die Oper von einigen Klischees wie Spanienkitsch und "Zigeunerromantik" befreit, und nebenbei ein stimmiges, nahezu filmisches Bühnen- und Kostümbild liefert. Wer abseits davon allerdings nach einer politischen Metaerzählung sucht, wird hier nicht fündig werden. Der Fokus liegt klar auf den Protagonist*innen und ihren Beziehung untereinander. Der Abend verzichtet weitgehend auf Regiemanöver und gibt Musik, Geschichte und Personen viel Raum. Das ist wohltuend und lässt – auch wenn nicht ganz auf stereotype Darstellung von Weiblichkeit verzichtet wurde – Platz für eine Charakter- und Musikdramaturgie, der es gelingt, den Hitcharakter von Carmen (Habanera, Flamenco, feurige Frauen!) zu überwinden. Donnernder Applaus denn auch am Premierenabend für Sänger*innen und Regieteam.
Zur Stückbeschreibung des Gärtnerplatztheaters
Gärtnerplatztheater
Gärtnerplatz 3
80469 München
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