Der Schweizer Cellist ist Professor an der Hochschule für Musik und Theater München
Neben der Lehre an der HMTM ist der ehemalige 1. Solocellist des BR-Sinfonieorchesters als gefragter Kammermusiker und Solist in Europa und Asien unterwegs. Im 4. Odeon-Konzert kann man ihn mit seinen Studierenden erleben.
Aus welcher Zeit kommt Ihr Lieblingsstück?
Das ist natürlich eine Fangfrage! Der berühmte Cellist Mstislav Rostropovich hat das äußerst intelligent beantwortet: „Mein Lieblingsstück ist immer das Stück, das ich heute Abend für Sie spielen werde!“ Früher fand ich diese Antwort etwas faul. Heute verstehe ich, dass es diesen Superlativ „Lieblingsstück“ in Wirklichkeit nicht gibt. Die eigene Stimmung ist doch auch nicht immer dieselbe. Und nach einem Arbeitstag, wo wir uns stundenlang mit Musikhören befassten, möchte man am Abend gar nichts hören.
Welcher zeitlose Klassiker hat Sie beeindruckt?
Das Cellokonzert in D-Dur von Joseph Haydn begleitet mich schon 43 Jahre. Ich habe es als junger Cellist unendlich geübt, weil es ein Schlüsselstück ist, um eine Orchesterstelle zu bekommen. Nun unterrichte ich es manchmal fast täglich an der Hochschule. Ich habe es zweimal auf CD eingespielt. Man könnte meinen, dass ich jetzt die Schnauze voll habe und es nicht mehr hören kann. Aber im Gegenteil! Ich liebe dieses Stück immer mehr, es ist eines der schönsten Stücke überhaupt für Cello.
Was müsste man in den Geschichtsbüchern umschreiben?
Man muss leider ertragen, dass andere Menschen das schon für einen tun. Aus der Geschichte lernen, scheint für den Menschen unmöglich zu sein.
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