Faust, Staatsoper München

Oper/OperetteKlassiker

Faust

Münchner Opernfestspiele 2026: Inszenierung von Lotte de Beer, dirigiert von Daniele Rustioni

Verführung, Schuld, Tod & Erlösung: Gounods Faust konzentriert das Drama Goethes ganz auf die Dreiecksbeziehung Faust, Gretchen alias Marguerite und Mephisto und kleidet es in lyrische und höchst elegante Musik. Das Bayerische Staatsorchester unter Natalie Stutzmann spielt das herrlich klangschön und bei der Premiere brillieren die Sänger, allen voran die Titelpartien Jonathan Tetelman (Faust), Kyle Ketelsen (Méphistophélès) und Olga Kulchynska (Marguerite).

Thea Redakteurin Simone Lutz hat die Vorstellung besucht:

In Lotte de Beers Inszenierung ist die Welt von Anfang an brüchig. Zerborstener Grund, aus dem jederzeit das Unheil herauskriechen kann, bedeckt dunkel die Bühne. Und so erscheint auch promt der Teufel als der greise, seines Lebens überdrüssige Faust ihn ruft. Ein Méphistophélès wie ein Conférencier, ein Gaukler und Trickser, der als Spielleiter die Fäden in der Hand hält. An ihnen zappeln: Doktor Faust, als nun wieder junger, etwas kraftmeiernder Schönling, die verführte und verratene Unschuld Marguerite und – der Rest der Welt.

Denn in der Bayerischen Staatsoper wird die private Katastrophe hineingesetzt in die gesellschaftliche – den Krieg. Er ist allgegenwärtig in großen inszenierten Tableaus: Soldaten tot auf dem Schlachtfeld, Heimkehrer verletzt und geschlagen. Die Bühne schwelgt in diesen historischen Bildwelten, gemalt mit Menschen und Licht – von der bruegelschen Kirmes des ersten Akts bis hin zur wirklich visuell atemberaubenden barocken Waldpurgisnacht.

Lotte de Beer verweigert sich in Faust recht konsequent moderner Regiesprache. Das irritiert und schafft es doch, vor allem in der zweiten Hälfte, unmerklich eine Spur des Bösen durch die Zeiten hinwegzuziehen. An deren Ende steht für Marguerite die Rettung: beim gläubigen Katholiken Gounod im Himmel, bei de Beer weltlich gewendet die menschliche Gemeinschaft.

Fazit: Ein musikalisches Highlight durchwegs phantastisch gespielt und gesungen. Die Inszenierung setzt das Drama um Liebe und Schuld in großformatige historische Tableaus, die den Kampf von Gut und Böse durch die Zeiten illustrieren.

Zur Stückbeschreibung des Nationaltheaters

Nationaltheater
Max-Joseph-Platz 2
München

Eine Pause

Do, 30. Jul 2026, 19.00 Uhr
Thea-Preis: 127,80-151,20 €
Du sparst bis zu 10%*

Tickets6

Karten erhältlich bis 02.07.2026
oder solange der Vorrat reicht.

* Thea-Tickets gegenüber Normalpreis

Inkl. MVV-Ticket
Ab 14 Jahren
In französischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache.

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