© Armin Smailovic

TheaterAngesagt

Mephisto

Die Adaption des Romans von Klaus Mann stellt existentielle Fragen

Schon 1936 beschrieb Klaus Mann in seinem Roman „Mephisto“ den Opportunismus von Künstlern in der nationalsozialistischen Diktatur. Regisseurin Jette Steckel adaptierte den bereits mit Klaus Maria Brandauer verfilmten Stoff nun für die Bühne der Kammerspiele.

Thea-Kritikerin Dr. Katrin Dillkofer hat die Premiere gesehen: 

Ein Hoch auf das Theater und die Schauspielkunst! Wäre da nicht die künstlerische Verantwortung angesichts einer sich braun färbenden Welt, in der Kunst keine andere Rolle mehr spielt als l’art pour l’art oder ganz zum sentimentalen Instrument der Herrschenden verkommt. Hendrik Höfgen alias Gustav Gründgens ist in Klaus Manns Exilroman „Mephisto“ von 1936 der Opportunist und strategische Karrierist, der ein Pakt mit dem Teufel eingeht, um auch im gedeihlichen Faschismus nicht nur in Lohn und Brot zu bleiben, sondern weithin aufzusteigen. Thomas Schmauser gibt diesen Günstling der Macht in beeindruckender Ektase. Er kann gar nicht anders, als sich an jedwede Situation anzuschmiegen. Survival of the fittest. Jedoch gibt es bei Schmauser kein Kalkül, er plant nicht, er reflektiert nicht und entzieht sich insofern auch der Verantwortung, sich als Künstler auf der „richtigen“ Seite positionieren zu müssen. Er wechselt die Rollen wie seine Kleider und interagiert dabei mit dem grandiosen Ensemble. Eine Schwierigkeit ist zum einen die episodenhafte Kleinteiligkeit der Handlung, die auf der Bühne einfach zu lange dauert, zum anderen die Verortung des Geschehens im Theater, das hinter dem Vorhang immer wieder auf einen weiteren Vorhang trifft. Am Ende bleibt die Frage stehen: Wie zum Teufel sind wir in diese Misere hineingeraten? 

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