Foto: Sandra Then

TheaterAngesagt

Blind

Ein kompliziertes Vater-Tochter-Verhältnis mit Manfred Zapatka und Juliane Köhler

Alte Eltern und ihre erwachsenen Kinder – was sind sie einander schuldig? Ein realitätsnahes Vater-Tochter-Kammerspiel, das vielleicht niemand so präzise und so überzeugend darstellen kann wie Juliane Köhler und der 82-jährige Manfred Zapatka im Residenztheater.

Journalistin Sibylle Steinkohl hat die Premiere für Thea besucht:

Wiedersehen mit zwei Schauspielgrößen: Beide gehörten zum legendären Dorn-Ensemble, Manfred Zapatka, 82, vor kurzem mit „Minetti“ ans Resi zurückgekehrt, und Juliane Köhler, zum Glück immer hier. Das Kammerspiel der Niederländerin Lot Vekemans passt perfekt für sie. Die Vater-Tochter-Geschichte lebt von klugen Dialogen, sparsamen Gesten und der riesigen Distanz zwischen Helen und Richard. Das gelingt großartig. Helen, eine spröde Weltverbesserin, hat sich räumlich und in ihrer Einstellung weit vom Vater entfernt. Die Rolle der sorgenden Tochter, die der wohlhabende, starrköpfige Kranke von ihr einfordert, ist ihr komplett zuwider. Als wegen eines Alarms das Haus abgeriegelt wird, sind sie gezwungen, miteinander auszuharren. Der Regisseur vertraut der Spielkunst beider Bühnenstars – wie gut.

Zur Nachtkritik von Blind

 

Residenztheater
Max-Joseph-Platz 1
80539 München

1 Stunde 40 Minuten
Ohne Pause

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