2481 Jahre, nachdem Aischylos mit der Erstaufführung seiner Atriden-Trilogie den Siegpreis der athenischen Dionysienspiele gewann, rekonstruiert Thomas Köck den verschollenen vierten Teil. Und was als heiteres Tragödien-Nachspiel beginnt, endet als Parforce-Ritt durch Zeit und Raum.
Dr. Ursula Wiest vom Thea-Servicetelefon war beeindruckt:
Schauspieler Samuel Koch, der seit seinem Unfall bei Wetten, dass ..? auf einen Rollstuhl angewiesen ist, spielt Proteus, den aquatischen Gott der Verwandlung. Ein grandios auftrumpfendes Ensemble von kognitiv und visuell beeinträchtigten Darsteller*innen agiert als schillernder, dionysischer Chor. Zwei Mitwirkende eines mexikanischen Theaterkollektivs erscheinen als Helena und Menelaos in prachtvollen Tehuana-Roben. Zwei Angehörende des MK-Teams schreien als Chorführerin und Bote ihre Wut auf das „normale Theater“ heraus. Samuel Koch. Die Blindgänger der Sübayerischen Wohn- und Werkstätten für Blinde und Sehbehinderte. Micaela Gramajo. Bernardo Gamboa. Johanna Eiworth und Bernardo Arias Porras lassen die Bilderfluten und Wortkaskaden von Thomas Köcks kolonialismuskritischen Regieideen tief ins emotionale Nervensystem der Zuschauenden dringen. Dorthin, wo sie intuitiv erfasst und noch lang nach dem furiosen Event in der Therese-Giehse-Halle abrufbar sind.
Münchner Kammerspiele Giehse-Halle
Falckenbergstraße 1
80539 München
1 Stunde 15 Minuten
Ohne Pause
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